Korni weltweit...


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Samstag, 10. April 2010

Watch this space!



Was für ein Gefühl – das Gefühl der Weite. Wenn man schon so lang in der großen Stadt lebt, dann überwältig es einen durchaus: das Gefühl der Weite… Ich meine ich habe es ja schon immer mal aus der Stadt heraus geschafft, aber das war schon eine neue Erfahrung für mich. Meine Mitbewohner hatten mich eingeladen in das 250km westlich von Sydney liegende Mudgee mit zu kommen. Auf dem Weg dorthin, muss man die Blue Mountains überqueren, jene Berge von denen ich euch schon ab und zu berichtet habe. Ich konnte es kaum glauben, aber man möchte meinen auf der anderen Seite der Berge beginnt eine andere Welt. Eine schmale, lange Straße. Weite Wiesen und Felder. Hier und da ein Farmerhaus und ab und an ein verlassener Bahnhof an einer noch verlasseneren Bahnline. Dazwischen Nichts – lediglich unendliche Weite und traumhaft schöne Natur im Überfluss. Hier und da erfreuen sich große Schaf- oder Kuhherden derer, aber ansonsten fällt die Populationsdichte schlagartig auf nahezu Null.





Mudgee ist eine der größeren Städte im Westen von Sydney mit knapp 9000 Einwohnern. Die Städtestruktur hat mich stark an die in den Staaten erinnert. Quadratisch zueinander verlaufende Straßen, die Flächen dazwischen vollgepackt mit einetagischen Häusern. Alles freundlich wirkend, aber doch irgendwie langweilig ausschauend. Auch wenn die Straßenbeleuchtung noch lang bis in die Nacht hinein an bleibt und in den 3 Pubs am Wochenende der Bär steppt – nach 20Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt. Mittlerweile eher ungewohnt für mich – aber ein absoluter Genuss für die Ohren. Die Nase erfreut sich ungewohnt frischer Landluft.
Am Sonntag gab es einen kleinen Ausflug in das 100km weiter entfernte Dubbo, bekannt für dessen Zoo – und genau das war auch unser Ziel. Der große Zoo wird als Außenstelle, des Taronga Zoos in Sydney betrieben. Wenn es eng in Sydney wird, kommt der Nachwuchs nach Dubbo und wenn in Sydney neues Erbgut gebraucht wird kommt ein Tier einer anderen Herde aus Duddo nach Sydney. Auch im Zoo setzt sich das Gefühl der Weite fort. Der Rundkurs hat eine Länge von 6km. Wer also in der prasselnden Hitze den Zoo zu Fuß erkunden will muss schon verrückt sein. Deshalb werden Räder zum Verleih angeboten und die eher bequemeren Besucher bleiben im Auto sitzen. Man fährt also auf der zooeigenen Straße und aller ein paar Hundert Meter kommt ein Parkplatz von dem aus man zum nächsten Gehege laufen kann.










Es ist schon verrückt, das Gefühl der Weite. Man sitzt 5 Stunden im Auto und legt 350 km zurück. Schaut man sich die Strecke auf der Karte an war man nur ein Stecknadelkopf von der Küste entfernt. Wäre ich in Deutschland gewesen hätt ich in der gleichen Zeit einmal quer durchs Land fahren können und hätte kaum ein Quadratmeter gefunden, der so einsam und unbesiedelt ist, wie das Land hinter den Bergen...

Ostern war dieses Jahr mal etwas anders. Ich wollte die 4 Tage noch einmal nutzen, um ein bisschen aus der Stadt heraus zu kommen. Donnerstagabend ging es also zum Strandhaus, 4h nördlich von Sydney – im Gepäck mein Surfboard und mein Rad. Es war echt klasse mal 4 Tage auszuspannen und nicht viel zu machen. Obwohl die erste Hälfte vom Herbst schon fast rum ist, war das Wetter noch sehr schön und angenehm warm. Das Wasser war sogar noch super warm – bei 24°C ist einem auch nach 2 Stunden Surfen noch nicht kalt. Ich hatte also ideale Voraussetzungen um in Ruhe meine Surfkünste zu verbessern. Wir waren jeden Tag mehrere Stunden im Wasser und haben versucht so viele Wellen, wie möglich zu catchen;) Zum besseren Verständnis sei nochmal erwähnt, dass es sich dabei um das klassische Wellenreiten gehandelt hat. Ich begnüg mich normaler Weise mit dem Bodyboard, ein eher kleines Schaumstoffboard auf dem man mit der Brust liegt. Relativ einfach zu surfen und auch wesentlich ungefährlicher, weil man kaum von der Welle umgeworfen wird. Beim Wellenreiten hingegen ist die Länge des Board erheblich größer, sodass man schnell von der Welle erfasst werden kann und dann völlig willenlos im Wasser umher geschleudert wird – da sollte man schon vorsichtig sein! Das Bodyboarding ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Bodysurfing, bei dem man nur auf der bloßen Brust auf der Welle reitet. Quasi das, was jeder macht, wenn er im Meer baden geht und ein wenig Wellengang ist.




Am Ostermontag ging es auf dem Rückweg noch in Seal Rocks vorbei. Eine sehr abgelegene Landzunge inmitten eines großen Seengebiets. Klasse Landschaft, schöne Strände und Buchten. Bestens geeignet um Fotos zu machen;)



















Seal Rocks an sich ist bekannt für seinen absolut fotogenen Leuchttrum und für naturnahes Camping. Im ganzen umliegenden Gebiet befinden sich Campingplätze, alle nur mit Plumpsklo und Elektrogrill ausgestattet (Australier: ziehen sich den Grill einer Dusche vor…).


Ich hatte euch ja schon einmal vom quietschenden Sand geschrieben, hervorgerufen von einem hohen Silikatgehalt im Sand. In Sydney gibt es vereinzelt Stellen an den Strände, wo man es quietschen hören kann, wenn man mit den Füßen in den Sand kickt, aber in Seal Rocks ist es einfach nur extrem. Einer der Strände hatte eine Geländewagenzufahrt. Hätte ich verbundene Augen gehabt, hätte ich gemeint, ich fahre über Schnee, so quietschig war die Geräuschkulisse. Hinzu kommt, dass der Sand extrem weich ist. Es war wesentlich schwerer zu fahren als auf Fraser Island. Ich wollte nur einen kleinen Schnappschuss am Strand machen.



Als ich jedoch wieder starten wollte ging es nicht mehr so wirklich voran. Stattdessen gruben sich meine Räder immer tief in den Sand. Schon etwas unbehaglich, bei dem Gedanken, dass ich dieses Mal allein war und auch absolut keine Selbsthilfe Handgeräte mit mir hatte. Mir blieb also nix weiter übrig als meinen Reifendruck drastisch zu senken und auf die kurze Übersetzung zu schalten. Das hat mit viel gutem Willen zum Glück noch mal geklappt und ich bin dann direkt wieder auf festen Boden zurück gefahren. Bei steigender Flut hat schon so manch einer seinem Auto beim Absaufen zugeschaut.

Hier mal noch ein kleines Quiz für meine Orgelbauer Kollegen. Ich hatte letzte Woche das Vergnügen ein altes vergammeltes Befeuchtungssystem zu deinstallieren. Die Orgel widerspricht jeglichen Sicherheitsstandards. Direkt hinter der Mixtur geht es nach unten – tief nach unten…




Im inneren der Orgel fiel mein Blick auf folgende Lade mit einer sehr seltsamen Disposition…




Mein Kollege allerdings meinte, dass das eine sehr gängige Sache in Australien wäre. Könnt ihr euch vorstellen was das ist, bzw. hat man solch eine Pfuscherei auch bei uns in Deutschland gemacht ;)?

Das war‘s – ich wünsch euch allen einen tollen Frühling!
Euer Kornelius

… und nicht vergessen. Nachdem ihr vor 2 Wochen eine Stunde weniger schlafen konntet, ich dafür letztes Wochenende eine länger, liegen wir jetzt nur noch 8 Stunden auseinander.

Mittwoch, 17. März 2010

Talfahrt





Oh oh – es ist schon wieder eine gaaaaaaaaanze lange Weile vergangen seit meinem letzten Eintrag, aber heut gibt es mal wieder einen kleinen Bericht aus OZ. Womit fang ich also am besten an?
Seit zwei Wochen ist bei uns nun schon offiziell Herbst – und das merkt man. Pünktlich am 1.März gingen die Temperaturen runter auf 22°C. Zum Glück ist das nicht jeden Tag so. Die letzten Wochenenden war das Wetter immer noch gut genug um an den ruhiger werdenden Stränden ein genüssliches Sonnenbad zu nehmen. Wenn man keine Badewannentemperatur zum Schwimmen braucht, kann man auch noch gut im Meer planschen gehen. Ich muss schon sagen, es ist doch recht angenehm jetzt wieder ein bisschen kühlere Temperaturen zu haben – in der Nacht kann man wieder besser schlafen und tags über ist es nicht mehr so schwül. Dabei hatten wir noch vor einem Monat einen außergewöhnlichen Rekord in Sydney zu verzeichnen – die wärmste Nacht, seit der Temperaturaufzeichnung. Das Thermometer ist nicht unter 26°C gefallen.
Vor ein paar Wochen hatte ich wieder einmal Besuch. Meine Mutti und mein Bruder Martin waren hier. Leider hat das Wetter da nicht ganz so mitgespielt. So sehr wie ich Sydney schätzte, aber wenn es mal regnet gibt es wirklich nicht viel zu tun. Die Dinge, die man unternehmen kann sind an einem Wochenende gut erledigt. Es war trotzdem schön, einen Teil der Familie seit mehr als einem halben Jahr mal wieder zu sehen. Wobei – etwas ungewohnt war es schon meine Mutter zum ersten Mal als Gast zu beherbergen. Leider konnte ich nicht so viel Luxus bieten. Da in meinem Zimmer nicht viel Platz ist und unser Apartment auch nur begrenzte Kapazitäten hat, wird es mit 2 Gästen halt recht schnell eng... Is schon lustig – ich glaube mittlerweile habe ich fast schon mehr Gäste in Sydney empfangen, als in meinen 3,5 Jahren in Bönnigheim – und weitere haben sich schon angemeldet;) Für die, die noch am überlegen sind – haltet euch ran. Es ist nur noch ein halbes Jahr Zeit!

Letztes Wochenende war ich mal wieder mit meinem Geländewagen unterwegs. Bis jetzt hatte ich damit ja nur ein paar Hügelchen überquert verglichen mit dem, was ich dann in der Nähe von Lithgow erlebt habe. Ein riesiges Gelände im tiefen Buschland der Blue Mountains, sehr beliebt bei Four-Wheel Drivern und Dirtbikern. Man muss schon aufpassen, da nicht verloren zu gehen. Die Wege sind einfach bis fast unbefahrbar – aber für echte Geländegenfahrer ist scheinbar kein Weg unbezwingbar. Mein Kollege hatte mich zu dem Offroadgelände navigiert, ich war am Steuer. Alles begann mit einer unbefestigten Straße, die von der Hauptstraße abzweigte – nix Ungewöhnliches hier in Australien. Nach dem nächsten Abzweig wurde es dann schon etwas holpriger und steiniger – Diese Art von Offroad macht mir ich glaube noch am meisten Spaß. Man kann noch von einem Weg reden, aber hier und da gibt es ein paar kniffelige Passagen. Der Weg wurde jedoch immer enger und bald streiften die Büsche am Rand permanent unser Auto. Es dauerte nicht lange da wurde es immer steiniger und die Absätze waren mit unter mehr als 30cm hoch. Das geht schon noch, aber wenn sich auf einmal vor einem ein riesiger Berg mit einer Steigung von ca. 30% auftut mit riesigen Ausspülungen mehr als einen halben Meter tief – da passe ich lieber. Da es ja mein Auto ist und auch das aller Erste, fahre ich vermutlich schon etwas defensiver – wobei mir meine Mitfahrer auf Fraser Island immer gesagt haben, ich muss nicht ganz so schnell fahren. Hinzu kam, dass es an dem besagten Tag auch ein wenig verregnet war. Es waren also nicht ganz so viele Leute umher und alles war feucht und rutschig. Da mein Kollege ja ein erfahrener Geländewagenfahrer ist, überließ ich ihm das Steuer, in der Hoffnung mir noch ein paar Fertigkeiten abzuschauen. Jedoch scheiterte auch er an dem Berg – wegen dem Matsch, wie er meinte. Wir waren schon auf dem Rückweg, da kreuzte eine Gruppe von 3 Geländewagenfahren unseren Weg. Weil sie alle sehr professionell aussahen, folgten wir ihnen, in der Hoffnung noch ein paar gute Wege zu erkunden und im Wissen, falls wir stecken bleiben ist jemand umher – es stellte sich allerdings schnell heraus, dass das eine nicht wirklich so weise Entscheidung war, wie wir dachten. Der Weg wurde recht steinig. Langsam löste sich der dichte Nebel auf – genug um zu erkennen, dass vor uns ein tiefes Tal lag. Es war zu erahnen, dass der Weg, auf dem wir uns gerade befanden direkt hinein führten würde. Auf der anderen Seite des Tals führten 2 Wege wieder hinaus – schon aus der Ferne war zu sehen, dass sie so steil waren, dass ich dringen davon abraten würde. Aber nun waren wir auf diesem Track unterwegs – Umlenken vorerst nicht möglich. Die Stufen im Gestein wurden bis zu einem knappen halben Meter hoch und durch die vielen Geländewagenfahrer war überall loses Geröll. Es war also weniger ein Fahren, vielmehr ein hüpfendes Schlittern über und mit dem Geröll – mitten ins Tal hinein. Ich hörte und fühlte ein paar harte Schläge. Mal war es die Anhängerkupplung (eher harmlos), ein anders Mal hatte sich ein Stein mit 40cm Durchmesser unter das Seitentrittbrett geschoben – der Schaden wurde erst später beim Aussteigen sichtbar und kostete mich 2 Stunden, ihn wieder einigermaßen zu beseitigen. Als wir dann fast unten waren und dachten das Schlimmste wäre vorbei, erreichten wir eine sehr enge und stark ausgefahrene Passage. Die Spurrinnen waren ca. 40cm tief – grenzwertig bei unserer Fahrzeughöhe. Dennoch, für einen erfahrenen Fahrer nicht die größte Herausforderung. Aber es kam wieder einmal, wie es kommen musste und ich hatte das Gefühl, es wäre ein Déjà-vu. Murray hatten den Karren ma wieder festgesetzt. Und ich war dann der Troddel, der zu den anderen Fahrern gehen musste, um zu fragen, ob sie uns heraus ziehen. Ich hatte noch nicht mal gefragt, ob er uns helfen kann, da sagte er mir – Du weißt schon, dass es noch weitaus schwieriger wird…
Zugegeben – mir wurde leicht unbehaglich. Ich hatte schon ernsthafte Bedenken, dass wir es heil den Berg herunter schaffen würden und nun waren wir unten und der einfachste Weg wieder hinauf, war der auf dem wir gerade herunter gepurzelt kamen. Nun ja – zu erst mussten wir heraus gezogen werden: demütigend, zum Glück auch für Murray;) Mit viel viel Gas, den Reifendruck bei 1,5bar und niedriger Übersetzung klappte es dann auch den Berg wieder hinauf, aber wir hatten erst mal genug… Im Nachhinein muss ich sagen – ein gelungener Sonntag und das nächste Mal werden wir im Team fahren gehen.

(Die Bilder entstanden auf den einfacheren Tracks - bei unserer abenteuerlichen Talfahrt war es zu dießig bzw. mir war nicht unbedingt nach Fotos machen)


Auf Arbeit läuft so weit alles gut. Wir haben zurzeit echt viel zu tun. Mehrere Restaurationen stehen an. Eine wurde kürzlich fertig gestellt, kann aber noch nicht in der Kirche aufgestellt werden, da dort noch die Bauarbeiten im Gange sind. Letzte Woche haben wir also eine weitere Orgel in die Werkstatt geholt, um für neues Geschäft zu sorgen. Nach Ostern werden wir eine Woche in Canberra sein um 2 weitere Orgeln abzubauen und dann zu uns in die Firma zu bringen – es wird also eng. Und ganz nebenbei werden wir ja dann auch noch die Townhall Orgel ausreinigen. Das wird jedoch nicht am Stück erfolgen, aufgrund der Tatsache, dass wir nur arbeiten können, wenn mal gerade keine Veranstaltungen sind – und die sind an 70% der Wochentage;)

Damit wären wir auch schon wieder am Ende – euer Kornelius

Donnerstag, 4. Februar 2010

Ich will Ski fahren...



Es ist mal wieder so weit – es gibt ein kleines Update von der anderen Seite der Welt.

Leider muss ich gestehen, dass sich hier nicht so viel getan hat. Ich habe mir deshalb gedacht unseren Roadtrip, von dem ich euch in meiner Neujahrsnachricht erzählt habe, noch nachträglich mit ein paar Bildern zu unterlegen… (Ich habe auch alle unsere Stops in meiner Karte eingetragen)


Des Weiteren hat die angekündigte Ausreinigung der Townhall Orgel begonnen. Zunächst wurde erst einmal nur das Gehäuse vom Staub befreit. Leider ging alles ein wenig drunter und drüber. Angesetzt waren 2 Wochen für 2 Leute – mir wurde die Ehre erwiesen einer davon zu sein. Der zweite Mann im Team war ein 71-jähriger (kein Tippfehler!) Portugiese. Manuel kam vor 30 Jahren nach Australien, um bei der Restoration der Townhall Orgel teil zu nehmen und hat seit dem die Wartungsarbeiten an dem Instrument übernommen. Da er allerdings nicht mehr der Jüngste ist, hat er um einen Nachfolger gebeten – so sind wir letztendlich zu dem Job gekommen. Weil Manuel quasi 30 Jahre mit der Orgel gelebt hat ist er nun bei den Arbeiten mit dabei, um uns in gewisser Weise in das Instrument einzuweisen.

Ich bin ja normaler Weise recht höhentauglich, aber auf einem 13 Meter hohen Sims Staub saugen ist schon ein komisches Gefühl. Umso beeindruckender war Manuels Leistung, der ohne Ausnahme mit fleißig in der Orgel und auf dem Gerüst herum geklettert ist. Leider ist Manuel aber auch etwas temperamentvoll und als der Architekt die glorreiche Idee hatte ein paar Vergolder innerhalb der 2 Wochen auch noch die Pfeifen vergolden zu lassen(, wenn des Gerüst schon mal steht) hat er aus Protest die Arbeit verweigert. Damit war ich dann in gewisser Weiser der Leiter vor Ort – hab die Vergolder (welche auch aus Deutschland kamen;) und die Gerüstbauer unter meiner Aufsicht gehabt und ständige Rücksprache mit dem Townhall Manager gehalten…

Ich muss schon sagen – ein echt atemberaubendes Instrument. Es war die größte Orgel der Welt, als sie 1890 gebaut wurde. Die Eckdaten sind gigantisch: knapp 9000 Pfeifen, 5 Manuale, 22 Laden, 4 Etagen, die größte Pfeife ist über 9 Meter aus doppelwandigem Metall (fast alle Prospektpfeifen haben einen Zinkkörper, auf dem eine dünne Schicht Naturgussmetall aus optischen Gründen aufgelötet wurde), der tiefste Ton liegt bei 8 Hz erzeugt von einem 64‘ Zungenregister (nur 2 mal in der Orgelwelt zu finden – das Townhall Register ist allerdingst das Einzige derzeit funktionierende). Allein das Hauptwerk hat 32 Register, größer als die meisten herkömmlichen Kirchenorgeln. Die gesamte Orgel hat pneumatische Spiel- und Registertraktur, wobei die Registertraktur eine Unterdruckpneumatik ist und die Bälge daher auch lustiger Weise verkehrtherum installiert sind. Die 2 Motoren für die Windversorgung befinden sich in einem separaten Raum, der so groß wie eine Autogarage ist. Unnötiger Weise ist dieser Raum an die Gebäudeklimaanlage angeschlossen. Trotz diverser Windeinlässe in den Wänden wird bei vollem Werk soviel Wind benötigt, dass es buchstäblich die Luft aus der Klimaanlage saugt. Somit entsteht ein Druckabfall im ganzen System der Klimaanlage;)


Ansonsten noch ein kleines Wetterupdate. Auch wenn mich jetzt vielleicht der eine oder andere etwas belachen wird, aber ich bin ja schon etwas neidisch, dass ihr grad so nen tollen Winter mit so viel Schnee habt. Bei uns ist es zurzeit super schwül – 30° bei 80% rel. Luftfeuchtigkeit. (Ich habe da grad was Interessantes bei Google gefunden - Der untere Grenzwert für „schwüle Hitze“ ist für 30°C bei 45% - bei uns muss es dann wohl mega schwül sein;)

Euer Kornelius