Korni weltweit...
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Mittwoch, 23. September 2009
dust storm
als ich heut morgen aufwachte, dachte ich erst es wäre ein wunderschöner Sonnenaufgang, aber als ich bemerkte, dass der ganze Himmel blutoragnge war, wurde klar, dass es sich hier um ein ausergewöhnliches Phänomen handelt. Ein Staubsturm, wie er nur 2-3 mal in 100 Jahren entsteht...
Gestern gab es zum Abend ein heftiges Unwetter. Im Landesinneren herrschte ein Sturm, der eine riesige Staubwolke mit einem Durchmesser von 300km bildet und durch den Wind nach Sydney brachte. Erst am Nachmittag klarte der Himmel wieder auf. Überall, auch in Häusern und Gebäuden befindet sich eine rote Staubschicht. Am Morgen war ein unangenehmer erdiger Geruch in der Luft...
Schaut euch mal dieses Video an!
Mittwoch, 9. September 2009
Puddle of mud - Offroad im Firmenwagen
Hallo ihr daheim,
Es geht mir super, die Arbeit macht Spaß, das Wetter ist herrlich. Es gibt nichts worüber ich mich beschweren könnte, bzw. woran es mir mangelt – ist das nicht wunderbar?
Endlich, der kalte Winter ist vorbei, der Frühling ist im Kommen. Aber als Deutscher könnte man meinen der Sommer hat nie aufgehört, immerhin sind die Temperaturen nur selten unter 10°C gegegangen. Seit mehr als einem Monat ist wieder bestes Wetter hier in Sydney: so gut wie kein Regen, tagsüber auch schon häufig mal auf 30°C rauf und nachts kühlt es nur noch gering ab – eigentlich gerade sehr angenehm.
Vor ein paar Wochen war ein Staffmitglied aus den Staaten zufällig hier in Sydney mit ihren Eltern Urlaub machen. War quasi mein erster Besuch hier in Sydney – wir haben natürlich das ganze Touriprogramm gemacht. Will nicht sagen es hätte keinen Spaß gemacht, aber irgendwie fühlt man sich dann immer wie so ein Urlauber, der alle Klischees erfüllt. Ganz egal, wenn einer von euch mal hier vorbei kommen sollte, mach ich das Touriprogramm gern wieder mit;)
Wie schon in den letzten Monaten habe ich besonders die Wochenenden genutzt um ein bisschen die Umgebung von Sydney zu erkunden. Auf dem Programm standen vor allem Rad fahren und Hiking. Ich bin ja eigentlich kein großer Wanderfreak, aber vor ein paar Wochen ist mein Rad im Bush kaputt gegangen und es dauerte eine kleine Weile, um das wieder beheben zu lassen. Außerdem kann man auch nicht alle Wege mit dem Rad befahren – und das aus gutem Grund, denn immer wenn das der Fall ist, ist mit dem Rad kein durchkommen mehr - zu steil, zu felsig, zu viel Gestrüpp… Aber gerade das macht es zum Wandern echt ganz interessant. Vor 3 Wochen hab ich ne Tour über 17km gemacht – wunderschöne Landschaft.
Zum Glück habe ich ja neben meinem Mountainbike noch ein Straßenrad. Mit dem habe ich auch eine nette Tour unternommen. Im Westen von Sydney sind die Blue Mountains. Rein theoretisch hätte ich den Zug nehmen können und nach 2h auf 1000 Höhenmetern aussteigen können und dann gemütlich mit dem Rad wieder in City zurück fahren können – aber wo bleibt da der Spaß? Ich bin also mit dem Rad in die entgegengesetzte Richtung gefahren, auf den Berg rauf. Die ersten 60km waren eigentlich kann entspannt – immer gerade aus auf dem Highway, kaum ein Hügelchen. Aber die letzten 40km hatten es dann noch mal echt in sich. Von ca. 100 auf 1000müN rauf. Naja, nach 5 Stunden war ich oben. Schon etwas witzig - Ich habe mir doch an diesem Tag im Winter tatsächlich nen Sonnenbrand geholt, allerdings nur auf der rechten Seite. Da ich den ganzen Tag nach Westen gefahren bin und die Sonne in Australien ja von Osten über NORDEN nach Süden zieht, hatte ich halt den Spot auf der rechten Seite. Was auch echt krass war, das an diesem selben Tag im Winter der Wald schon gebrannt hat. Allerdings nur eine Präventivmaßnahme, um das Risiko für weitere Brände bei heißeren Temperaturen herunter zu setzten.
Letztes Wochenende hat es endlich geklappt, dass ich meinen Kollegen in den Blue Mountains besuchen konnte.
An sich ein sehr schönes Gebirge, aber hier und da zu touristisch – glaubt mir, es sind nicht die Chinesen sondern die Deutschen die überall mit der Kamera rum rennen. Jeder 2. Tourist scheint Deutscher zu sein und man fragt sich, ob es daheim überhaupt noch welche gibt. Auch wenn um Katoomba, der Hauptstadt der Mountains alles so touristisch erschlossen ist, hat es vor einem Monat ein Brite geschafft sich beim Wandern zu verlaufen. Trotz Hubschraubersuche hat er 12 Tage im Bush verbracht bis er gefunden wurde…
Naja, zum Glück kennt sich mein Kollege ein wenig in den Mountains aus und so waren wir auch an ein paar Stellen fern ab der Touristen. Im Ranking der bisher schönsten Orte hier in Australien ist folgender Aussichtspunkt mit unglaublichem Panoramablick ganz weit oben…(Aber es gibt ja noch viel zu sehen…)
Neben diesem atemberaubenden Panorama ereignete sich am gleichen Tag etwas, was ich im Ranking der lustigsten Erlebnisse in Australien an Platz 1 setzen würde. Wir hatten eine Kleinigkeit an einer Orgel bei einem Privatkunden (in den Mountains) zu reparieren. Keine große Sache, war schnell erledigt. Auf dem Rückweg meinte mein Kollege er will mir noch ein paar Offroad-Gebiete zeigen. Also verließen wir die asphaltierte Straße und fuhren auf unbefestigtem Wege in den Bush. Nach ein paar Kilometern kamen wir zu dem besagten Offroad-Terrain. Sehr beeindruckend, welch unwegsame Gebiete mancherlei Menschen mit dem Auto durchqueren. Vielleicht hat der eine oder andere diese Sportart auch schon mal beim DSF bestaunt. Allerdings wollte ich nun auch wissen, wo der Weg hin führt auf dem wir die ganze Zeit gefahren waren. Mein Kollege hatte keine Ahnung, aber er meinte wir könnten mal schauen. Also waren wir gerade dabei mit dem Geschäftsauto die Straße weiter zu fahren, als wir an eine größere Pfütze kamen. Man sollte die nicht unterschätzen, meinte mein Kolleg. Allerdings erschien die Pfütze für mich nicht soo riesig. Ich meine, ich habe ja schon die eine oder andere Pfütze in Deutschland gesehen und die sahen nicht viel anders aus. Um auf nummer sicher zu gehen, prüften wir die Tiefe und Bodenfestigkeit mit einem Stock – kein Problem: fester Boden und nur wenige Zentimeter tief - was anderes hatte ich ja auch nicht erwartet. Also zurück in den klein Ford Festiva (ein wirklich hässliches Auto, was in Deutschland zum Glück nie verkauft wurde) und los in Richtung Pfütze. Was unser Stockstocherprobe allerdings verschwiegen hatte war, dass zwei riesige Spurrillen in mitten der Pfütze (vermutlich durch die vielen Geländewagen) waren. Wir kamen also nicht weit. Die Reifen wühlten nur noch im Matsch und schnell war das Auto nicht mehr silbern sondern braun von den vielen Spritzern. Und wie wir noch versuchten los zu kommen drang auch schon das braune Wasser in den Fußraum und wurde immer mehr, bis es endlich an der Türschwelle halt machte. Wir hatten also keine Wahl. Schuhe aus und raus in den Matsch. Der Auspuff stand halb unter Wasser und machte nur noch plupp plupp. Trotz vieler Versuche mit Steinen, Wagenheber und Ästen das Auto wieder zu bewegen war der einzige Erfolg, dass wir unsrer Haut eine kostenlose Schlammkur gönnten. Nebenbei rutschte ich auch noch in der trüben Suppe aus und als ich wieder trockenen Fußes war musste ich feststellen, dass ein halber Zehennagel fehlte… (weitere Erläuterungen erspare ich euch)
Nach ca. 45 Minuten kam zum Glück ein Geländewagen vorbei der uns aus unserer Misere half. Das braune Wasser tropfte noch nach 20 Minuten aus dem Firmenwagen heraus und es kostete uns knapp 2 Stunden um alle verräterischen Spuren am Auto zu beseitigen, um dem Chef nicht von unserem kleinen Umweg erzählen zu müssen;)
So weit von mir aus Australien - Ich hoffe euch daheim geht es auch super.
Euer Kornelius
Samstag, 8. August 2009
Es wintert sehr…
Es ist unglaublich. Das Jahr rast gerade so dahin. Es ist schon August, die 2./ letzte Hälfte des Jahres, der letzte Monat im Sommer bzw. im Winter, je nachdem, wo man sich gerade befindet. / Monate sind schon vergangen, seit ich aus Deutschland ausgezogen bin. Ein Drittel meiner Auslandszeit sind also schon um, 435 tage noch übrig. Es ist schon witzig, dass mein australisches Visum zum Tag der Deutschen Einheit auslaufen wird…
Weil ich gerade auf der südlichen Hemisphäre bin, ist für mich natürlich Winter. Wenn man allerdings die letzten 2 Wochen hier erlebt hat, würde kein Deutscher auf die Idee kommen von einem Winter zu reden. Die Nächte sind schon etwas kühler (10°C), aber tagsüber ist es meistens um die 20°C. Von dem vielen Regen, der für die Winterzeit hier typisch ist, haben wir noch nicht viel abbekommen.
Das ist also der australische Winter, auch wenn viele Australier meinen, normalerweise ist er schon etwas kühler…
Winterzeit ist ja auch immer irgendwie Weihnachtszeit. Warum also mal nicht X-mas in July? Vor 2 Wochen gab es eine nette Weihnachtsfeier im College mit Pfefferkuchen, Weihnachtsliedern, Tannenbaum und Geschenken.
Weihnachten im Winter ist mir ja an sich recht vertraut, bin allerdings mal gespannt, wie dann das richtige Weihnachtsfest wird, bei 40°C am Beach…
Ich muss zugeben, wenn man eine Weile in Sydney gewesen ist und mal am Opernhaus war und dann noch hier und da ein wenig Sightseeing gemacht hat, kann man schon fast behaupten, das wär‘s gewesen. Und wenn dann draußen auch noch immer so schönes Wetter ist und man den ganzen Tag in der Kirche hockt und davon praktisch fast gar nix hat, weil mit Arbeitsschluss auch schon die Sonne wieder untergeht, dann kann man an manchen Tagen schon ganz schön von der großen Stadt angeödet sein. Die Herausforderung besteht dann also am Wochenende die freie Zeit und das hoffentlich schöne Wetter zu nutzen und so viel wie möglich von Australien bzw. Sydney zu erleben und es gilt unbekannten Land zu erkunden.
Vor 2 Wochen habe ich mich mit einem Freund Richtung Nationalpark aufgemacht. Ich hatte einen Weg ausgesucht, der mit dem Rad leider nicht zu befahren ist. Selbst zu Fuß kein Spaziergang, aber der Bush ist eben nicht immer 4-Spurig asphaltiert… Um so besser nimmt man die Einzigartigkeit der Landschaft war.
Den 2. Tag haben wir einen Teil des Cost Tracks in Angriff genommen. Der Weg entlang den Steilklippen, durch Bush und mehrere schöne Buchten ist insgesamt 20 Kilometer lang. Er startet im südlichsten Zipfel von Sydney. Nach einer knappen Stunde Zug fahren und einer 20 minütigen Fährfahrt ist man da. Der Geräuschpegel ist enorm hoch –allerdings nicht wegen dem Verkehr, sondern wegen den Vöglen – so schön, wie die vielen Papageien auch sind, ihr Lärm kann schon nervenraubend sein. Aber nach einem Kilometer ist man dann aus deren Reichweite und kann die vor einem eröffnet sich ein weiter Blick über den Pazifik.
Leider hatte das Wetter nicht ganz so mitgespielt und mein Freund hatte Probleme mit seinem Schuhwerk, also sind wir nach ca. 4 Kilometern wieder umgekehrt. Absolutes Highlight waren die Wale, die wir ab und zu von den Klippen aus dem Pazifik herausspringen sehen konnten. Leider weiß man ja nie, wo sie das nächste Mal auftauchen und eh man sich versieht sind sie auch schon wieder weg, drum gibt’s davon keine Bilder – so ist die Natur halt.
Es ist nun schon ziemlich genau einen Monat her, dass ich wieder nach Sydney geflogen bin. Ich hatte in Berlin grade am Schalter eingecheckt, da sehe ich doch tatsächlich in einem der großen Bildschirme im Flughafen Nachrichten über das Neuste in Sydney. Dort war im Zoo gerade ein kleines Elefantenbaby geboren, scheinbar eine sehr seltene Sache.
Letztes Wochenende hatte mich mein Chef zu einem Besuch im Taronga Zoo eingeladen. Schon der Weg zum Zoo war echt genial. Wir hatten uns etwas Zeit genommen, um entlang der nördlichen Seite des Hafens die vielen Kleinen Buchten mit teilweise klasse Blick rüber zur City zu bewundern.
Unglaublich – direkt in der Stadt und so schöne Buchten und Aussichten – und da mitten drin, hat mein Chef ein ansehnliches Apartment, direkt neben dem Zoo. Zum Zoo kann man auch per Fähre. Vom Anlegeplatz geht man zunächst zu einem Lift, der einen über den ganzen Zoo schweben lässt und am oberen Ende beim Haupteingang wieder absetzt – genial.
Die Tiere sind unzählig und jedes ist auf seine Weise einzigartig. So viele exotische Tiere, wie an diesem Tag, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen gehabt.
- und das Beste: Im Hintergrund ist immer die Skyline von Sydney zu sehen...
Da fällt mir noch ein. Ich hatte vor 2 Wochen eine weitere australische Essens Prämiere. Es gab Döner mit Kängurufleisch. Doch für alle, die jetzt neidisch werden – die Kängurus sind aus meiner Sicht geschmacklich nicht so die absolute Delikatesse. Wobei man ja meinen könnte, wer so fit den ganzen Tag durch die Gegend hüpft sollte eigentlich auch feines, zartes Fleisch haben.
Ebenfalls letztes Wochenende hatte ein Kumpel die Idee zu einem mehr oder weniger bedeutenden Football Spiel der Sydney Swans zu gehen. Auf meine Frage am Vormittag, ob er Karten reserviert hätte meinte er, es müsste genug am Schalter geben. Wir sind also mit 10 Man abends zum Spiel aufgebrochen und es kam, wie es kommen musste – die Karten für die billigen Plätze waren ausverkauft. Aber was macht man mit dem angebrochenen Abend, wenn man in voller Montur vor dem Stadion steht? - Wozu gibt es denn einen Schwarzmarkt! Also haben wir für 10 Leute Karten im Tumult der Masse (und Schwarzhändler;) zusammen gesucht und nach 45 Minuten auch tatsächlich beieinander gehabt. Ich bin sogar 4AUD günstiger gekommen als am Schalter – nicht schlecht…